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"Sensorik hilft, Pflanzenschutzmittel gezielter und ressourcenschonender einzusetzen"

Dr. Helmut Schramm spricht bei der Farm&Food 4.0 über Digital Farming. Vorab hat er uns einen ersten Einblick in die Strategien von Bayer CropScience gegeben.

 

Die Entwicklungen im Bereich des Pflanzenschutzes sind rasant. Nicht nur durch mechanischen Pflanzenschutz oder den Einsatz von Robotik, auch die Sensorik spielt eine wachsende Rolle.  

Bayer CropScience hat kürzlich die neue Marke xarvio vorgestellt, mit der Bayer große Schritte in Richtung Digital Farming gehen möchte. Dr. Helmut Schramm von Bayer CropScience Deutschland wird auf der Farm&Food 4.0 im Rahmen seiner Keynote hierzu Stellung nehmen. Vorab sprachen wir mit ihm über die aktuelle gesellschaftliche Diskussion zum Thema Pflanzenschutz und Bayers Antworten darauf.


Herr Dr. Schramm, die Öffentlichkeit wird immer sensibler bei den Themen Biodiversität, Bienengesundheit, Gewässer- oder Anwenderschutz. Wie gehen Sie mit diesen Themen um, bei denen sich die Debatte ja oft um Glyphosat dreht?

Dr. Helmut Schramm: “Der Verbraucher hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich von moderner Landwirtschaft entfernt. Unsere Aufgabe ist es jetzt, transparent über das zu berichten, was wir tun, wie wir es tun und warum wir es tun. Deshalb wollen wir moderne Landwirtschaft besser erklären. Biodiversität, Bienenschutz, Anwenderschutz, Gewässerschutz - auf all diesen Gebieten sind wir auf unseren Bayer Forward Farms sehr aktiv. Dort zeigen wir, wie man moderne Landwirtschaft nachhaltig und ressourcenschonend durchführen kann.”

Ihr Ziel ist es, die Landwirtschaft zu verbessern, für die Bauern genauso wie für die Umwelt. Wie soll Ihre Marke xarvio dazu konkret beitragen?

“xarvio bietet die Möglichkeit, durch Sammeln von sehr vielen Daten Entscheidungshilfen für den Landwirt zu geben. Ein Landwirt muss jeden Tag sehr viele Entscheidungen treffen. Durch dieses Sammeln und Auswerten von Daten geben wir dem Landwirt die Möglichkeit, bessere Entscheidungen zu treffen, zielgenauer zu applizieren und nur dann zu behandeln, wenn es auch nötig ist - und damit nachhaltig und ressourcenschonend zu arbeiten. Der Sensorik kommt dabei eine große Rolle zu. Wir werden künftig sogar Einzelpflanzen behandeln können. Durch Sensorik werden wir Unkräuter und Ungräser bestimmen können und die Düse nur dann öffnen, wenn Unkräuter oder Schädlinge da sind. Das wird essentiell sein für die gezielte Anwendung von Pflanzenschutzmitteln.”

Welche Services und Produkte sind im Zuge des "Digital Farming" am Horizont noch zu sehen? Wo geht die Reise hin?

“Wir haben zwei konkrete Beispiele. Beim xarvio Scouting geht es darum, Symptome, Krankheiten oder Schädlinge zu erkennen. Der xarvio Field Manager gibt dem Landwirt Entscheidungshilfen, gezielt anzuwenden, und damit seine Betriebsmittel optimal einzusetzen.”

Warum ist die Konferenz Farm & Food 4.0 so wichtig und was erwarten Sie von Ihrer Teilnahme?

“Es ist wichtig, dass wir die Branche als Gesamtheit zusammenbringen, sowohl aus dem Farming- als auch dem Food-Bereich, und dass man Innovationen aufzeigt, miteinander diskutiert und so neue Lösungswege findet für die Herausforderungen unserer Zeit.”

Was ist die größte Herausforderung, der sich Unternehmer heute angesichts der zunehmenden Digitalisierung stellen müssen?

“Unternehmer sollten heute ihre Geschäftsmodell jederzeit hinterfragen. Digitalisierung sollte als Chance genutzt werden, um neue Wege zu finden. Dazu gehört die Offenheit, solche Wege auch umzusetzen.”

Hier finden Sie alle Programm-Infos zum Kongress.